Sonntag, 23. November 2014

Wenn es dunkel wird...

Der Alltag hier in Washington unterscheidet sich, zumindest in meiner Gastfamilie, extrem von meinem Alltag in Deutschland. Ein großer Unterschied ist besonders die Familie. In Deutschland lebe ich nicht mit Geschwistern zusammen und das ist auf jeden Fall eine spannende Erfahrung plötzlich ständig einen Bruder um sich herum zu haben. Ich habe fürher nie verstanden wie sich Geschwister "anfühlen" aber das macht jetzt plötzlich Sinn.

Im Alltagsleben hier muss man immer mit Überraschungen rechnen. Als zum ersten Mal der Strom ausgefallen ist konnte meine Familie hier gar nicht fassen dass das mir das noch nie passiert ist. Hier in Washington hat man schon mal 8 Stunden keinen Strom, keine große Sache. Trotzdem, durch diese ganzen Sachen die hier passieren lernt man ständig neue Sachen kennen. Wenn es plötzlich dunkel wird weil man wieder keinen Strom hat fängt man an darüber nachzudenken, ein Leben ohne Fernsehen, Internet oder Computer. an spielt Spiele im Kerzenlicht und wärmt sich mit Feuer. Die Zeit steht still, man muss über nichts nachdenken, sich keine Sorgen machen. Man kann eh nichts ändern. Diese ganze Situation hat in mir so ein Gefühl ausgelöst, ein Gefühl von Sicherheit. Klingt komisch aber ich mache mir allgemein wenigher Sorgen über Dinge die passieren als bevor.  Denn im Endeffekt kann man eh nichts dran ändern. Es ist wie es ist und es kommt wie es kommt.

Mir geht es wirklich gut hier, ich fühle mich aufgenommen, in Familie, der Gemeinde und bei Freunden.

Euer
Jonas